Die traurige Wahrheit

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Sehr sauer stößt mir täglich das gedankenlose Konsumverhalten unserer Gesellschaft auf. Heute morgen folgendes in der SZ zu lesen gibt mir noch dazu traurige Bestätigung: Lebensmittel: Wir haben keine Ahnung, was wir essen

Je weniger aber ein Konsument weiß, je weniger er bereit ist, sich mit diesen Folgen auseinanderzusetzen, desto weniger kann er sie beeinflussen. Ein schlecht informierter Kunde ist leichter auszunutzen. Auswirkungen seines Konsums lassen sich leichter vor ihm verstecken. Wer das potenzielle Wissen um die Bedingungen industrieller Züchtung von Hühnern ausblendet oder zumindest nicht in seine Entscheidungen mit einbezieht, neigt eher zu einem Verhalten, das er selbst unmoralisch findet. Genauso wird jemand, der nicht über ausreichendes kulinarisches Wissen verfügt, tendenziell die angesprochene Standardisierung von Lebensmitteln befördern. Wenn fast ausschließlich der Preis das entscheidende Kriterium für einen Kauf ist, nicht aber die objektive Qualität etwa einer Tomate, eines Stücks Fleisch oder eines Apfels, wird die Gleichförmigkeit frischer Lebensmittel befördert.

Manchmal ist es kaum auszuhalten den Menschen beim Einkaufen und Essen zuzusehen. Wenn die Leute zum Beispiel wüssten, was da auf ihren Tellern landet, wo es herkommt und wie es behandelt wurde, würde ihnen der Appetit vergehen. Wie profitabel, wenn das eben nicht passiert…

 

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Wie regelt man die Flüchtlingskrise?

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Wir brauchen gewisse Regeln um die Krise zu meistern, das ist klar.

Deutschland ist zum Glück relativ gut darin Dinge zu regeln, manchmal schon zu gut.

Wir müssen sehr aufpassen, wenn wir darüber entscheiden, ob/wem wir unsere Hilfe verweigern.

Dänemark verschärft gerade sein Asylgesetz, wie man im folgenden SZ-Artikel nachlesen kann: Das „meist missverstandene Gesetz“ der dänischen Geschichte

Zitat:

Die großen Parteien in Kopenhagen sind sich seit Langem einig, dass sie Flüchtlinge durch strengere Regeln davon abhalten wollen, in Dänemark Hilfe zu suchen.

Als ich diesen Satz lese, lehne ich mich auf meinem Stuhl ruckartig zurück und starre an die Zimmerdecke, während ich meinen Kopf mit meinen Händen abstütze. Denn irgendetwas stimmt nicht mit diesen Worten. Ich spreche den Satz langsam und laut aus, aber in meinen eigenen Worten um Klarheit zu gewinnen: „Das heißt… wir erlassen Gesetze, welche es hilfsbedürftigen Menschen verbietet, Hilfe bei uns zu suchen.“ Ich reiße die Arme in die Luft. Das hört sich irgendwie nicht richtig für mich an… Was soll das überhaupt für ein Zeichen setzen? Sucht wo anders Hilfe oder bleibt dort, wo ihr seid, wir wollen euch hier jedenfalls nicht.

Ja wir brauchen Regeln, nicht einmal nur für uns, sondern gerade für die Flüchtlinge. Chaos schadet uns allen. Aber ist das der richtige Weg? Ich will mehr Details zu dem dänischen Gesetz und lande bei diesem interessanten „Zeit“-Text, der eine Einschätzung gibt: „Damit können Asylsuchende in Dänemark nicht mehr überleben“

Darin hören sich entsprechende Gesetze ja nicht gerade vielversprechend an. Mir fällt auch ein, dass die meisten Menschen, die aus der Not heraus nach Europa einwandern, wahrscheinlich nicht vorerst alle gesetzlichen Regelungen ihres Ziels studieren. Im Gegenteil, viele scheinen sich gar nicht darüber im Klaren, welche Probleme und Risiken ihre Reise birgt.

Mich stört außerdem, dass sich viele Politiker durch die Thematik augenscheinlich zu profilieren versuchen, in dem sie große, laute Reden schwingen, sich gegenseitig kritisieren und Schuldzuweisungen machen. An sich ist das schlichtweg der natürliche Prozess, wie Politik funktioniert und das ist auch gut so. Wenn jemand zu sehr ein Extrem verfolgt, werden andere den Gegenpol einfordern und wir pendeln uns irgendwie in der Mitte ein. Oft resultiert das in vernünftigen Lösungen. Allerdings verlaufen mir diese Diskussionen oft zu dreckig mit persönlichen Anfeindungen, die der eigentlichen Sache nicht dienlich sind. Also bitte liebe Politiker, ich weiß, das ist alles nicht so einfach, aber könnte man denn bitte öfters konkrete, durchdachte Lösungsvorschläge präsentieren, als laut mit Dreck um sich zu werfen nach dem Motto „Hauptsache dagegen reden“. An alle, die das bereits oder sowieso schon tun: Dankeschön!

Das ist jetzt alles wieder mal Jammern auf hohem Niveau! Beschweren kann sich ja jeder. Ich könnte auch versuchen mich mehr zu engagieren. Ich wünschte es gäbe generell noch mehr Mobilisierung unter der Bevölkerung und der Politik den Flüchtlingen zu helfen.

Pegida – Dunkle Wolken über Deutschland

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Angesichts der heutigen Nachrichten darüber, dass Pegida von Rechtsextremen gelenkt wird, gehen mir folgende Gedanken durch den Kopf:

Pegida scheint wohl wirklich ein „legaler“ Weg für Rechtsextreme zu sein ihre Meinung öffentlich kund zu tun und Unheil zu stiften (nicht dass das nicht schon früher aufgefallen wäre).

Vermutlich sind sich einige Anhänger Pegidas dessen nicht einmal bewusst.

Jeder der mit dieser Bewegung sympathisiert, sollte sich vor Augen führen, dass es dabei schlichtweg um Volksverhetzung geht ohne Hand und Fuß. Wie schon vor hundert Jahren wird Angst und Hass geschürt durch die Verbreitung von Unwahrheiten bzw. das Verdrehen von Fakten.

Das Ganze ist ungeheuerlich!

Habt ihr kein Herz? Und habt ihr nichts aus unserer Vergangenheit gelernt?

Why I don’t eat animals #2

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In case you would like to read part 1 of the story first, please click here: Why I don’t eat animals #1

I must say I had met vegetarians before all of this happened, but it had never triggered anything in me – nothing, not a single thought. This was not because there was nothing to be triggered. Now I know that the reason is our traditional thinking of how animal products belong to our nutrition (or even culture!) which is completely decoupled from the reality of its production or health issues. Our thinking stays in its comfort zone, re-thinking is not necessary, period. Vegetarians are just those horse-loving girls from school who were not able to make the difference between horses and cows and after 2 years would suffer from deficiencies and eat meat anyway, stupid folks.

But the seed dropped and the need grew: no more animal on my plate! About other animal products such as dairy and eggs I was not sure. I did not know if their production was more human than in the case of meat or if I need them to avoid deficiencies etc. Today I know much more, but I always use to take small steps, so no fish and no meat at first. I was not too worried about my health when I stopped eating animals. The ethical dimension suddenly became so clear to me that I just stopped from one day to the other. I think in the back of my head (or rather deep in my heart) I knew it was simply impossible that these cruelties could be necessary to support the human body properly!

Especially since I was still consuming dairy products containing animal protein I never believed in the horror stories people told me what will happen if I do not eat meat: “You need meat because of the proteins and the vitamins and the iron and so on… ”. (The problem here is if stories are repeated long enough then everyone starts believing them even if there is no scientific justification for those beliefs. And then there are these scientific studies that got things all wrong due to wrong assumptions, systematical errors, lobbyism, etc.). Additionally, there are these misconceptions which claim if your body needs a certain nutritional component to function properly, you should eat tons of things which include this component, totally ignoring interactions between different ingredients of that product or contaminants or unhealthy nutrient ratios.

And then there are those who claim (only because it sounds(!) logic): you should eat everything but in moderation. Ok, so tell me what is the definition of everything? And which is the defining epoch? And tell me was it better not let women elect, because that is how it was most of the time? You see, the most effective method for beating an argument is to apply it. I mean that’s no rocket science you simply need to measure everything by its individual values and not by if it has been like that all the time.

My family did not draw the same conclusion as I did, but they also did not try to hold me back, maybe because I was an adult already living in another city on my own or they just thought she will get the protein from eggs then. My boyfriend with whom I was together for one year by then probably thought, damn it, I bought a pig in a poke, but eventually could live with my decision. My old friends from school couldn’t believe it since they remembered that barbecue was my favorite kind of food.

And I was surprised how easy it was to keep away the fish and meat, because the motivation or better the seed’s roots were as strong as they were. Just a switch that flipped and that’s it. My well-known digital behavior how my father called it: What’s wrong is wrong and won’t be done. Actually leaving out the animals is not a hard step to do and after some time if something tasted like meat or there was bacon accidentally in one of the vegetable dishes that were served to me (a classic), this became disgusting. Our taste buds easily adjust (after approx. 20 days already!!!) and if they are not used to meat and fish they will announce in that case: hold on, this tastes weird, you’ll better not eat it.

Veganer sind zu extrem? Ihr seid wohl zu bequem!

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Menschen, die ihr Leben vegan ausrichten, gelten ja gemeinhin als extrem.

Ich kann diese spontane Beurteilung im Prinzip nachvollziehen. Die Ernährung von unserer westlichen hin zur veganen umzustellen scheint ein extremer Schritt zu sein.

Und Extreme werden zu Recht gefürchtet oder zumindest skeptisch begutachtet. Insgesamt bewährt sich allzu oft die goldene Mitte.

Aber ist das die goldene Mitte:

Tierfabrik Deutschland

Oder den feelgreen.de-Artikel

ZDF-Doku über Tierfabriken: Der Tierschutz endet am Tellerrand

zitierend:

Der Durchschnitts-Verbraucher in Deutschland ist kostenbewusst. Zugleich verabscheut er natürlich jede Form von Massentierhaltung. Aber zu viel Geld dürfen Lebensmittel eben auch nicht kosten. Das zeigt der Erfolg der Discounter. Und dann wäre da noch das deutsche Tierschutzgesetz. Es soll verhindern, dass Tiere ohne vernünftigen Grund leiden müssen. Dass das alles nicht so richtig zusammengehen kann, zeigt die Dokumentation „Tierfabrik Deutschland“ am Dienstagabend im ZDF.

Der Durchschnitts-Deutsche vertilgt in einem Jahr 59 Kilo Fleisch, 218 Eier und rund 84 Liter Milch. Nahezu jeder (sofern er nicht völlig vegan lebt) verspeist in seinem Leben vier Rinder, 46 Schweine und 945 Hühner.

Die Deutschen geben im Vergleich zu ihren europäischen Nachbarn ziemlich wenig für Lebensmittel aus: Es sind gerade einmal zehn Prozent des Pro-Kopf-Einkommens. Dafür rufen sie umso lauter nach mehr Tierschutz und artgerechter Tierhaltung – ganz nach dem Motto: Schweine im Stroh, freilaufende Hühner mit Hahn auf dem Mist oder Kühe auf der Weide mit niedlichen herumtollenden Kälbchen.

80 Prozent der deutschen Verbraucher wollen angeblich mehr bezahlen für tierschutzgerechte Lebensmittel, doch zwischen Verbraucherwunsch und landwirtschaftlicher Produktionsrealität liegen Welten.

Beispiel Ei: … Die süßen männlichen Küken … der Legelinien werden direkt nach dem Schlüpfen millionenfach vergast …

Beispiel Schwein: … Also werden überzählige oder zu kleine und schwache Ferkel einfach an der Stallwand totgeschlagen …

Beispiel Milch: Jahrzehntelange Hochleistungszucht hat nicht nur die jährliche Milchleistung auf mehr als 10.000 Liter pro Kuh gesteigert, sie hat die Tiere auch anfälliger gemacht für Krankheiten …

Die Filmer … besuchen Schweinemäster und Hühnerzüchter – wobei einige zu Wort kommen, die zurückwollen zu einer Zucht wie sie früher üblich war, ohne dass die Hälfte der Tiere einfach in der Abfalltonne landet.

Sie zeigen, wie die Agrarlobby es bis heute schafft, Tierschutzgesetze aufzuweichen und zu umgehen. Und sie befragen den niedersächsischen Umweltminister (Grüne) und den Bundeslandwirtschaftsminister (CSU), warum Hochleistungszucht mit Todesfolge nicht längst verboten ist. Aber außer Lippenbekenntnissen wie „Das kann so nicht bleiben“ kommt da nicht viel.

Fazit: Eine Nutztierwende ist nicht in Sicht. Die Verbraucher wollen ihr Fleisch auf dem Teller haben. Und die Minister möchten ihre Wähler natürlich nicht vergraulen und gleichzeitig der Industrie nicht wehtun. Es bleibt also dabei: Wirtschaftlichkeit geht weiter contra Tierschutz. Schließlich ist die Landwirtschaft der fünftgrößte Industriezweig in Deutschland. Kühe stehen also weiterhin im Stall und nicht auf der Wiese, und das Töten von Eintags-Küken, Kälbern und Ferkeln geht weiter, weil offenbar weder die Bauern noch die Politiker wirklich an einer tiefgreifenden Veränderung interessiert sind. Ein Teufelskreis.

Veganer sind zu extrem?

Wer das sagt, ist wohl zu bequem!

Schuld und Süh… Verantwortung

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Zu oft höre ich von Menschen, sie könnten nicht auf tierische Produkte verzichten des Geschmackes wegen oder weil sie etwas „Richtiges“ zu essen brauchen, weil sie ansonsten vom Fleisch fielen.

Nun ja, das hört sich erstmal oberflächlich irgendwie nachvollziehbar an, ist aber nicht besonders handfest, wenn man

  • all die Menschen als Beispiel nimmt, welche bestens ohne Tierprodukte leben.
  • berücksichtigt, dass es Ersatzprodukte gibt.
  • weiß, dass Geschmackszellen sich alle 25 Tage neu bilden, so dass sich Geschmack leicht umerziehen lässt.
  • beachtet, dass die primäre Energiequelle des Körpers Glukose ist welche aus Kohlenhydraten gewonnen wird.
  • bedenkt, dass es jene Menschen wahrscheinlich noch  nie den Selbstversuch durchgeführt haben.

Letzteres finde ich einen ganz wichtigen Punkt. Wir Menschen haben oft Meinungen, die auf irgendeinem Gefühl oder zusammengereimten Pseudotatsachen beruhen anstatt auf Fakten oder eigenen Erlebnissen.

Zu oft höre ich außerdem von Menschen, dass sie gleichzeitig die Missstände in der Tierhaltung auch schrecklich finden. Dagegen getan wird allerding Nichts.

Für mich sieht das dann so aus, als würde man mit reinem Gewissen dastehen wollen, da man ja den Tiermissbrauch öffentlich verurteilt, aber aus den oben genannten oder anderen Gründen die bisherige Ernährung auf jeden Fall beibehalten.

Das könnte man als klare Schuldzuweisung interpretieren: schuld sind wohl die Landwirte und die Politik, dass es den Nutztieren so schlecht geht. Das ist dann aber ein regelrechtes Abwälzen von Verantwortung. Wir leben in einer Demokratie und Marktwirtschaft. Wir wählen Politiker und Konsumartikel und haben deswegen einen wesentlichen Teil an Verantwortung inne.

Was mich auch oft wundert ist, dass es so Wenige packt. Ich meine das Verantwortungsgefühl, die Neugierde, das Entsetzen, das Mitgefühl. Mich packt es immer gleich, wenn ich irgendwo Missstände wittere und ich möchte sofort etwas dagegen tun oder mich mindestens darüber informieren. Dagegen sehe ich bei manch anderem einen totalen Tunnelblick. Sind die Interessen einfach zu verschieden? Ist das Leben, der Alltag schon komplex genug, ohne dass man noch seine Gewohnheiten auf den Kopf stellen muss? Wo liegt der Unterschied?