Tierkonsum früher und heute

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Die Vorgänge rücken die erschütternden Produktionsbedingungen eines wichtigen Pharma-Grundstoffs in den Fokus, der direkt aus den noch schlagenden Herzen ungeborener und nicht betäubter Kälber gewonnen wird.

Wie Bitte? Ich hör wohl nicht recht? Aus den noch schlagenden Herzen ungeborener und nicht betäubter Kälber?

Ursprünglich hat der Mensch bevor die (Massen-)Tierhaltung üblich wurde, und das ist heute auch noch bei vielen Naturvölkern ersichtlich, das Leben eines Tieres sehr geschätzt und geehrt und dadurch beispielsweise nach Möglichkeit den gesamten toten Tierkörper irgendwie verwertet.

Diesen Ansatz vertreten auch heute noch viele Menschen, welche in der Tierproduktion involviert sind. So verteidigte  beispielsweise auch eine Fleischermeisterin ihr Gewerbe in jener Hart aber Fair Sendung „Fleischesser am Pranger – kommt jetzt das Ende der Wurst“ (welche ich im übrigen nicht bis zu Ende anschauen konnte, weil mir zu viele Argumente zu hohl waren).

Allerdings zieht dieses Argument für mich nicht unter den heutigen Bedingungen, welchen die Tiere ausgesetzt sind.

Heutzutage werden sie ja ausschließlich dafür geboren um ausgenutzt zu werden verbunden mit lebenlangem großen Leid und keinem eigenständigen Leben, wie sie es vor langer Zeit einmal hatten. Ja ihre ganze Physiologie wird eigens zur Gewinnmaximierung manipuliert.

Oder sie werden gleich gar nicht erst geboren:

Die Vorgänge rücken die erschütternden Produktionsbedingungen eines wichtigen Pharma-Grundstoffs in den Fokus, der direkt aus den noch schlagenden Herzen ungeborener und nicht betäubter Kälber gewonnen wird.

Man schlachtet das Tier also aus, wo man nur kann. Mit dem pharmazeutischen Nutzen zu argumentieren und dafür Lebewesen (Tiere) für andere Lebewesen (Menschen) zu opfern, finde ich ebenfalls pevers.

Im Übrigen ist der pharmazeutische Nutzen in Wirklichkeit wahrscheinlich eher wirtschaftlicher Natur (der zitierte Artikel handelt ja gerade davon, dass die Pharmaindustrie ihr eigenes Wohl sogar über das ihrer Abnehmer, der Menschen, stellt). Außerdem kann ich ein solches Argument nicht akzeptieren in einer Welt, in der unsere ach so zivilisierte westliche Gesellschaft noch nicht einmal verstanden hat, dass Ernährung ein wesentliches Fundament von Gesundheit ist und nicht blutdrucksenkende Mittel (Ernährung ist nicht einmal fester Bestandteil der gängigen medizinischen Ausbildungen).

Für mich resultieren aus dem Ganzen im Wesentlichen zwei Schlussfolgerungen:

Den Tierkonsum von heute mit dem der frühen Menschheitsgeschichte zu rechtfertigen ist nicht möglich, da beide grundverschieden sind.

Die heutige Ausbeutung von Tieren ist inakzeptabel und birgt große Risiken für den Menschen.

Und eines möchte ich hier noch hinzufügen, welches ich durch die Dokumentation „Cowspiracy“ gelernt habe: Es ist technisch unmöglich alle omnivoren, also alles-essenden, Menschen aus einigermaßen artgerechter Weidenhaltung der Tiere zu ernähren. Sprich falls sich nichts ändert an unserem Konsumverhalten werden wir weiterhin sehr abscheuliche Vorgänge an Tieren unterstützen, auch wenn wir nichts darüber erfahren.


Den zitierten SZ-Artikel findet ihr hier:

Das schmutzige Geschäft mit dem Blut ungeborener Kälber

sowie einen weiteren SZ-Artikel aus selbem Anlass:

Empörende Blutspur

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