Nur so bla – Angst vor Veränderung

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Nachdem ich in letzter Zeit so eingedeckt mit Arbeit bin, komme ich gar nicht mehr zum Bloggen. Man möchte sich ja Mühe geben und nicht einfach irgendetwas hinklatschen.

Aber warum eigentlich nicht? Einfach mal nur so bla

Ok, gebongt, das wird jetzt eine neue Rubrik. Ich möchte nicht schweigen müssen, es gibt zu viele Themen, die es verdienen um jeden Preis behandelt zu werden. Sonst macht jede andere Arbeit auch keinen Sinn mehr.

Was könnte ich euch heute berichten? Aja, ich wollte schon seit langem einen Blog empfehlen, dem ich folge:

Blicktausch

„Flüchtlinge erzählen – Berichte eines Arabisch sprechenden Helfers“

Der ist alles andere als nur so bla, nämlich wahnsinnig interessant und natürlich auch erschütternd. Aber wenn man sich nicht mit den Menschenschicksalen auseinandersetzt, besteht immer die Gefahr, dass man eher nach Lösungen suchen wird, welche bequem und nützlich für einen selbst sind.

Wo sind wir noch bequem und sehen keine Einzelschicksale und fühlende Wesen mehr, sondern nur wertlose Massenware? Nutztierhaltung. Gestern habe ich mir zum ersten Mal ein Video angesehen, welches als „Best Speech You Will Ever Hear“ von Gary Yourofsky bekannt ist. Tatsächlich handelt es sich dabei um eine fantastische Rede.

Und die Moral von nur so bla: es ist unabdinglich, dass wir mit offenem Geist und offenem Herz durch die Welt gehen und Dinge nicht nur oberflächlich betrachten. Oft sind wir stattdessen von Angst geleitet, Angst vor Veränderung.

Angst ist ein schlechter Ratgeber.

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Die traurige Wahrheit

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Sehr sauer stößt mir täglich das gedankenlose Konsumverhalten unserer Gesellschaft auf. Heute morgen folgendes in der SZ zu lesen gibt mir noch dazu traurige Bestätigung: Lebensmittel: Wir haben keine Ahnung, was wir essen

Je weniger aber ein Konsument weiß, je weniger er bereit ist, sich mit diesen Folgen auseinanderzusetzen, desto weniger kann er sie beeinflussen. Ein schlecht informierter Kunde ist leichter auszunutzen. Auswirkungen seines Konsums lassen sich leichter vor ihm verstecken. Wer das potenzielle Wissen um die Bedingungen industrieller Züchtung von Hühnern ausblendet oder zumindest nicht in seine Entscheidungen mit einbezieht, neigt eher zu einem Verhalten, das er selbst unmoralisch findet. Genauso wird jemand, der nicht über ausreichendes kulinarisches Wissen verfügt, tendenziell die angesprochene Standardisierung von Lebensmitteln befördern. Wenn fast ausschließlich der Preis das entscheidende Kriterium für einen Kauf ist, nicht aber die objektive Qualität etwa einer Tomate, eines Stücks Fleisch oder eines Apfels, wird die Gleichförmigkeit frischer Lebensmittel befördert.

Manchmal ist es kaum auszuhalten den Menschen beim Einkaufen und Essen zuzusehen. Wenn die Leute zum Beispiel wüssten, was da auf ihren Tellern landet, wo es herkommt und wie es behandelt wurde, würde ihnen der Appetit vergehen. Wie profitabel, wenn das eben nicht passiert…

 

Veganer sind zu extrem? Ihr seid wohl zu bequem!

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Menschen, die ihr Leben vegan ausrichten, gelten ja gemeinhin als extrem.

Ich kann diese spontane Beurteilung im Prinzip nachvollziehen. Die Ernährung von unserer westlichen hin zur veganen umzustellen scheint ein extremer Schritt zu sein.

Und Extreme werden zu Recht gefürchtet oder zumindest skeptisch begutachtet. Insgesamt bewährt sich allzu oft die goldene Mitte.

Aber ist das die goldene Mitte:

Tierfabrik Deutschland

Oder den feelgreen.de-Artikel

ZDF-Doku über Tierfabriken: Der Tierschutz endet am Tellerrand

zitierend:

Der Durchschnitts-Verbraucher in Deutschland ist kostenbewusst. Zugleich verabscheut er natürlich jede Form von Massentierhaltung. Aber zu viel Geld dürfen Lebensmittel eben auch nicht kosten. Das zeigt der Erfolg der Discounter. Und dann wäre da noch das deutsche Tierschutzgesetz. Es soll verhindern, dass Tiere ohne vernünftigen Grund leiden müssen. Dass das alles nicht so richtig zusammengehen kann, zeigt die Dokumentation „Tierfabrik Deutschland“ am Dienstagabend im ZDF.

Der Durchschnitts-Deutsche vertilgt in einem Jahr 59 Kilo Fleisch, 218 Eier und rund 84 Liter Milch. Nahezu jeder (sofern er nicht völlig vegan lebt) verspeist in seinem Leben vier Rinder, 46 Schweine und 945 Hühner.

Die Deutschen geben im Vergleich zu ihren europäischen Nachbarn ziemlich wenig für Lebensmittel aus: Es sind gerade einmal zehn Prozent des Pro-Kopf-Einkommens. Dafür rufen sie umso lauter nach mehr Tierschutz und artgerechter Tierhaltung – ganz nach dem Motto: Schweine im Stroh, freilaufende Hühner mit Hahn auf dem Mist oder Kühe auf der Weide mit niedlichen herumtollenden Kälbchen.

80 Prozent der deutschen Verbraucher wollen angeblich mehr bezahlen für tierschutzgerechte Lebensmittel, doch zwischen Verbraucherwunsch und landwirtschaftlicher Produktionsrealität liegen Welten.

Beispiel Ei: … Die süßen männlichen Küken … der Legelinien werden direkt nach dem Schlüpfen millionenfach vergast …

Beispiel Schwein: … Also werden überzählige oder zu kleine und schwache Ferkel einfach an der Stallwand totgeschlagen …

Beispiel Milch: Jahrzehntelange Hochleistungszucht hat nicht nur die jährliche Milchleistung auf mehr als 10.000 Liter pro Kuh gesteigert, sie hat die Tiere auch anfälliger gemacht für Krankheiten …

Die Filmer … besuchen Schweinemäster und Hühnerzüchter – wobei einige zu Wort kommen, die zurückwollen zu einer Zucht wie sie früher üblich war, ohne dass die Hälfte der Tiere einfach in der Abfalltonne landet.

Sie zeigen, wie die Agrarlobby es bis heute schafft, Tierschutzgesetze aufzuweichen und zu umgehen. Und sie befragen den niedersächsischen Umweltminister (Grüne) und den Bundeslandwirtschaftsminister (CSU), warum Hochleistungszucht mit Todesfolge nicht längst verboten ist. Aber außer Lippenbekenntnissen wie „Das kann so nicht bleiben“ kommt da nicht viel.

Fazit: Eine Nutztierwende ist nicht in Sicht. Die Verbraucher wollen ihr Fleisch auf dem Teller haben. Und die Minister möchten ihre Wähler natürlich nicht vergraulen und gleichzeitig der Industrie nicht wehtun. Es bleibt also dabei: Wirtschaftlichkeit geht weiter contra Tierschutz. Schließlich ist die Landwirtschaft der fünftgrößte Industriezweig in Deutschland. Kühe stehen also weiterhin im Stall und nicht auf der Wiese, und das Töten von Eintags-Küken, Kälbern und Ferkeln geht weiter, weil offenbar weder die Bauern noch die Politiker wirklich an einer tiefgreifenden Veränderung interessiert sind. Ein Teufelskreis.

Veganer sind zu extrem?

Wer das sagt, ist wohl zu bequem!

Brief an Deutschland

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Liebes Deutschland,

ich gratuliere dir. Du hast im ersten Halbjahr 2015 so viel Fleisch erzeugt wie noch nie. Fast 30 Millionen Schweine, 1,7 Millionen Rinder und 325 Millionen Hühner wurden getötet. Dazu kommen noch etwa 125 Millionen Tiere hinzu die bereits vor der Schlachtung verenden. Das sind fantastische Neuigkeiten.

Dein Wohlstand erlaubt es Umwelt, Tier und die menschliche Gesundheit auf diese Weise zu zerstören. Still und leise. Im Geheimen. Lässt deine Bürger im Unwissen. So können sie weiterhin konsumieren, was sie am liebsten essen und ruhig schlafen. Bis sie dahingerafft werden von den Auswirkungen ihrer Ernäherung. Und du dudelst das. Du duldest das, damit die Pharmaindustrie auch ihren Nutzen behält. Diese verdient schließlich ihr Geld damit nur Symptome anstatt Ursachen zu bekämpfen.

Währenddessen schredderst du männliche Küken im großen Stil, um die 40 Millionen pro Jahr, schließlich sind sie völlig unnütz. Es spricht nicht gerade für dich, dass du 40 Millionen männliche Küken produzierst, für die du anschließend keine Verwendung hast, um nur ein Beispiel zu nennen.

Deine Motivation ist dabei offensichtlich: in möglichst kurzer Zeit möglichst viel Ertrag für möglichst wenig Geld. Billig, praktisch, tot.

Wo ist dein Gewissen? Wer ist dein Gewissen?

Mein Gewissen jedenfalls sitzt in der Ecke und heult.

Ich appelliere also an deine Bürger. Ihr seht, auf euer Deutschland ist nicht immer Verlass. Die Wirtschaft bleibt Wirtschaft. Die Politik ist Wirtschaft. Euch will die Wirtschaft ihre Produkte kaufen sehen. Deshalb könnt nur ihr etwas ändern. Und wenn ihr euch schon nicht für Umwelt- und Tierschutz sowie eure eigene Gesundheit und die eurer Kinder interessiert, dann appelliere ich an eure Menschlichkeit, wollt ihr euch diese auch einfach nehmen lassen?


Für mehr Informationen, welchen immensen Schaden der Konsum von tierischen Produkten konkret auf der Erde anrichtet, empfehle ich die folgende Zusammenfassung: Cowspiracy – The Facts