Nur so bla – Angst vor Veränderung

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Nachdem ich in letzter Zeit so eingedeckt mit Arbeit bin, komme ich gar nicht mehr zum Bloggen. Man möchte sich ja Mühe geben und nicht einfach irgendetwas hinklatschen.

Aber warum eigentlich nicht? Einfach mal nur so bla

Ok, gebongt, das wird jetzt eine neue Rubrik. Ich möchte nicht schweigen müssen, es gibt zu viele Themen, die es verdienen um jeden Preis behandelt zu werden. Sonst macht jede andere Arbeit auch keinen Sinn mehr.

Was könnte ich euch heute berichten? Aja, ich wollte schon seit langem einen Blog empfehlen, dem ich folge:

Blicktausch

„Flüchtlinge erzählen – Berichte eines Arabisch sprechenden Helfers“

Der ist alles andere als nur so bla, nämlich wahnsinnig interessant und natürlich auch erschütternd. Aber wenn man sich nicht mit den Menschenschicksalen auseinandersetzt, besteht immer die Gefahr, dass man eher nach Lösungen suchen wird, welche bequem und nützlich für einen selbst sind.

Wo sind wir noch bequem und sehen keine Einzelschicksale und fühlende Wesen mehr, sondern nur wertlose Massenware? Nutztierhaltung. Gestern habe ich mir zum ersten Mal ein Video angesehen, welches als „Best Speech You Will Ever Hear“ von Gary Yourofsky bekannt ist. Tatsächlich handelt es sich dabei um eine fantastische Rede.

Und die Moral von nur so bla: es ist unabdinglich, dass wir mit offenem Geist und offenem Herz durch die Welt gehen und Dinge nicht nur oberflächlich betrachten. Oft sind wir stattdessen von Angst geleitet, Angst vor Veränderung.

Angst ist ein schlechter Ratgeber.

Wie regelt man die Flüchtlingskrise?

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Wir brauchen gewisse Regeln um die Krise zu meistern, das ist klar.

Deutschland ist zum Glück relativ gut darin Dinge zu regeln, manchmal schon zu gut.

Wir müssen sehr aufpassen, wenn wir darüber entscheiden, ob/wem wir unsere Hilfe verweigern.

Dänemark verschärft gerade sein Asylgesetz, wie man im folgenden SZ-Artikel nachlesen kann: Das „meist missverstandene Gesetz“ der dänischen Geschichte

Zitat:

Die großen Parteien in Kopenhagen sind sich seit Langem einig, dass sie Flüchtlinge durch strengere Regeln davon abhalten wollen, in Dänemark Hilfe zu suchen.

Als ich diesen Satz lese, lehne ich mich auf meinem Stuhl ruckartig zurück und starre an die Zimmerdecke, während ich meinen Kopf mit meinen Händen abstütze. Denn irgendetwas stimmt nicht mit diesen Worten. Ich spreche den Satz langsam und laut aus, aber in meinen eigenen Worten um Klarheit zu gewinnen: „Das heißt… wir erlassen Gesetze, welche es hilfsbedürftigen Menschen verbietet, Hilfe bei uns zu suchen.“ Ich reiße die Arme in die Luft. Das hört sich irgendwie nicht richtig für mich an… Was soll das überhaupt für ein Zeichen setzen? Sucht wo anders Hilfe oder bleibt dort, wo ihr seid, wir wollen euch hier jedenfalls nicht.

Ja wir brauchen Regeln, nicht einmal nur für uns, sondern gerade für die Flüchtlinge. Chaos schadet uns allen. Aber ist das der richtige Weg? Ich will mehr Details zu dem dänischen Gesetz und lande bei diesem interessanten „Zeit“-Text, der eine Einschätzung gibt: „Damit können Asylsuchende in Dänemark nicht mehr überleben“

Darin hören sich entsprechende Gesetze ja nicht gerade vielversprechend an. Mir fällt auch ein, dass die meisten Menschen, die aus der Not heraus nach Europa einwandern, wahrscheinlich nicht vorerst alle gesetzlichen Regelungen ihres Ziels studieren. Im Gegenteil, viele scheinen sich gar nicht darüber im Klaren, welche Probleme und Risiken ihre Reise birgt.

Mich stört außerdem, dass sich viele Politiker durch die Thematik augenscheinlich zu profilieren versuchen, in dem sie große, laute Reden schwingen, sich gegenseitig kritisieren und Schuldzuweisungen machen. An sich ist das schlichtweg der natürliche Prozess, wie Politik funktioniert und das ist auch gut so. Wenn jemand zu sehr ein Extrem verfolgt, werden andere den Gegenpol einfordern und wir pendeln uns irgendwie in der Mitte ein. Oft resultiert das in vernünftigen Lösungen. Allerdings verlaufen mir diese Diskussionen oft zu dreckig mit persönlichen Anfeindungen, die der eigentlichen Sache nicht dienlich sind. Also bitte liebe Politiker, ich weiß, das ist alles nicht so einfach, aber könnte man denn bitte öfters konkrete, durchdachte Lösungsvorschläge präsentieren, als laut mit Dreck um sich zu werfen nach dem Motto „Hauptsache dagegen reden“. An alle, die das bereits oder sowieso schon tun: Dankeschön!

Das ist jetzt alles wieder mal Jammern auf hohem Niveau! Beschweren kann sich ja jeder. Ich könnte auch versuchen mich mehr zu engagieren. Ich wünschte es gäbe generell noch mehr Mobilisierung unter der Bevölkerung und der Politik den Flüchtlingen zu helfen.

Lichterkette München – Berlin

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Wir sind Deutschland, alle hier lebende Menschen sollen ein Zeichen setzen gegen Terror und Angst und für ein tolerantes Deutschland. Egal welcher Herkunft, Glaubensrichtung, sexueller Orientierung oder Alter. Wir sind alle Menschen!

Meine Kerze leuchtet für Frieden und Liebe, – sie leuchtet für Respekt und Humanität. Sie leuchtet für alle Menschen, um in Frieden zu leben. Ich bin nicht allein.

Bitte macht alle mit!

http://www.Lichterkette-2015.de

Pegida – Dunkle Wolken über Deutschland

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Angesichts der heutigen Nachrichten darüber, dass Pegida von Rechtsextremen gelenkt wird, gehen mir folgende Gedanken durch den Kopf:

Pegida scheint wohl wirklich ein „legaler“ Weg für Rechtsextreme zu sein ihre Meinung öffentlich kund zu tun und Unheil zu stiften (nicht dass das nicht schon früher aufgefallen wäre).

Vermutlich sind sich einige Anhänger Pegidas dessen nicht einmal bewusst.

Jeder der mit dieser Bewegung sympathisiert, sollte sich vor Augen führen, dass es dabei schlichtweg um Volksverhetzung geht ohne Hand und Fuß. Wie schon vor hundert Jahren wird Angst und Hass geschürt durch die Verbreitung von Unwahrheiten bzw. das Verdrehen von Fakten.

Das Ganze ist ungeheuerlich!

Habt ihr kein Herz? Und habt ihr nichts aus unserer Vergangenheit gelernt?

Angela Merkel bei Anne Will

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Habt ihr Angela Merkel bei Anne Will gesehen?

Wie fandet ihr den Auftritt? Ich war sehr gespannt auf die Sendung und auch relativ zufrieden mit dem Ergebnis.

Aber ich werde das Gefühl nicht los, dass ich dabei zu einer Minderheit gehöre. Angeblich steht die Mehrheit der Deutschen Merkels Flüchtlingspolitik sehr skeptisch gegenüber, sagte Frau Will gleich zu Beginn.

Hier ein paar Details zur Sendung:

Viele kritische, aber „sinnfreie“ Fragen

Insgesamt hat Anne Will viele kritische, aber „sinnfreie“ Fragen gestellt. Was meine ich damit? Nun, sie hat zum einen überwiegend Fragen gestellt, die wohl den Deutschen unter den Nägeln brennen, aber gleichzeitig auf Antworten aus waren, welche offensichtlich nicht gegeben werden können.

Ein konkretes Beispiel hierfür: Frau Will wollte unter anderem von Frau Merkel wissen, was sie den davon halte, dass Herr Seehofer ihre Politik so untergräbt.

Was kann man denn von so einer Frage erwarten? Natürlich wird unsere Bundeskanzlerin nicht ihre Partnerpartei denunzieren, und zwar nicht nur aus taktischen Gründen, sondern ich glaube auch aus Fairness und Klugheit. Meinungsverschiedenheiten kann es immer geben und gleichzeitig ist es auch fast schon verständlich, dass Herr Seehofer (den ich wirklich nicht in Schutz nehmen will!) die angespannte Lage in Bayern nicht unkommentiert lassen kann. Auf welche Weise er das macht, ist wieder eine andere Geschichte…

So hatte ich insgesamt das Gefühl dass Anne Will mit ihren Fragestellungen wirklich eher die Fragen des Volkes wiederspiegelte. Frau Merkel undiplomatische Antworten abzuringen, wird sie ja hoffentlich nicht zum Ziel gehabt haben, denn das ist eindeutig vergebene Liebesmüh.

Viele sich wiederholende Beteuerungen

Frau Merkel dagegen, wiederholte sich die ganze Sendung über, teilweise eben auf Grund der „sinnfreien“ Fragen. Ihr Fokus liegt nun nämlich darauf, wieder geordnetere Verhältnisse herzustellen in der internen deutschen Flüchtlingsarbeit, aber auch die europäischen Partner zur Verantwortung zu ziehen sowie die konkreten Flüchtlingsursachen im Ausland zu bekämpfen. Ich persönlich glaube, dass sind auch die wesentlichen Notwendigkeiten. Die Grenzen dicht zu machen halte ich technisch ebenso für unmöglich wie unsere Bundeskanzlerin das tut.

In all der Diskussion zeigte sie wie immer ein hohes Maß an wachem Verstand, gepflegter Wortwahl, aber auch ein großes Herz, wie ich finde. Ich bin froh, dass wir in diesen Zeiten eine solche  Person als Bundeskanzlerin haben. Sicher viele Menschen beschweren sich über ihre Gewohnheit, Themen auszusitzen, eine Art passive Regierungsführung. Das sehe ich anders. Ich glaube tatsächlich, sie regiert mit Herz und Verstand und hat es dabei nicht nötig sich lautstark mit Hilfe extremer Meinungen/Aussagen zu profilieren. Ihr Regierungsstil kann außerdem auch so gewertet werden, dass sie die Dinge nicht überstürzt. Heutzutage sind alle Zusammenhänge auf der Welt dermaßen komplex, dass man meiner Meinung nach sehr bedacht handeln muss. Ich halte nichts von Sprücheklopfern, davon hatten wir schon einige, Medienkanzler und andere. Ich glaube Frau Merkel hat schlichtweg andere Stärken (und natürlich auch Schwächen) als ihre Vorgänger und ich glaube, dass liegt auch zum Teil daran, dass sie eine Frau ist.

Ein Hohelied auf Merkel und die Frauen?

Und nun bringe ich auch noch die Geschlechterfrage ins Spiel, hurra, ich weiß, das wird mich den Kopf kosten. Dennoch möchte ich betonen, ich wollte hier kein Hohelied auf Angela Merkel oder das weibliche Geschlecht schreiben, aber ich war schlichtweg begeistert von der optimistischen, Menschen-bejahenden Einstellung, die sie gezeigt hat bei Anne Will.

Nur selten wurde in der Sendung applaudiert, aber folgender Ausspruch Merkels hat das Publikum zum Applaus angeregt:

Ich möchte mich nicht beteiligen an einem Wettbewerb ‚Wer ist am unfreundlichsten zu den Flüchtlingen?‘ und dann werden sie schon nicht kommen.

All diese Ängste und Befürchtungen, die uns und unsere europäischen Nachbarn davon abhalten ein freundliches Gesicht zu zeigen… Ich kann nur sagen, ja das hat im Prinzip alles Daseinsberechtigung, Vorsicht ist immer geboten, aber fangt endlich an nicht nur mit dem Verstand sondern auch mit dem Herzen zu denken!

Veganer sind zu extrem? Ihr seid wohl zu bequem!

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Menschen, die ihr Leben vegan ausrichten, gelten ja gemeinhin als extrem.

Ich kann diese spontane Beurteilung im Prinzip nachvollziehen. Die Ernährung von unserer westlichen hin zur veganen umzustellen scheint ein extremer Schritt zu sein.

Und Extreme werden zu Recht gefürchtet oder zumindest skeptisch begutachtet. Insgesamt bewährt sich allzu oft die goldene Mitte.

Aber ist das die goldene Mitte:

Tierfabrik Deutschland

Oder den feelgreen.de-Artikel

ZDF-Doku über Tierfabriken: Der Tierschutz endet am Tellerrand

zitierend:

Der Durchschnitts-Verbraucher in Deutschland ist kostenbewusst. Zugleich verabscheut er natürlich jede Form von Massentierhaltung. Aber zu viel Geld dürfen Lebensmittel eben auch nicht kosten. Das zeigt der Erfolg der Discounter. Und dann wäre da noch das deutsche Tierschutzgesetz. Es soll verhindern, dass Tiere ohne vernünftigen Grund leiden müssen. Dass das alles nicht so richtig zusammengehen kann, zeigt die Dokumentation „Tierfabrik Deutschland“ am Dienstagabend im ZDF.

Der Durchschnitts-Deutsche vertilgt in einem Jahr 59 Kilo Fleisch, 218 Eier und rund 84 Liter Milch. Nahezu jeder (sofern er nicht völlig vegan lebt) verspeist in seinem Leben vier Rinder, 46 Schweine und 945 Hühner.

Die Deutschen geben im Vergleich zu ihren europäischen Nachbarn ziemlich wenig für Lebensmittel aus: Es sind gerade einmal zehn Prozent des Pro-Kopf-Einkommens. Dafür rufen sie umso lauter nach mehr Tierschutz und artgerechter Tierhaltung – ganz nach dem Motto: Schweine im Stroh, freilaufende Hühner mit Hahn auf dem Mist oder Kühe auf der Weide mit niedlichen herumtollenden Kälbchen.

80 Prozent der deutschen Verbraucher wollen angeblich mehr bezahlen für tierschutzgerechte Lebensmittel, doch zwischen Verbraucherwunsch und landwirtschaftlicher Produktionsrealität liegen Welten.

Beispiel Ei: … Die süßen männlichen Küken … der Legelinien werden direkt nach dem Schlüpfen millionenfach vergast …

Beispiel Schwein: … Also werden überzählige oder zu kleine und schwache Ferkel einfach an der Stallwand totgeschlagen …

Beispiel Milch: Jahrzehntelange Hochleistungszucht hat nicht nur die jährliche Milchleistung auf mehr als 10.000 Liter pro Kuh gesteigert, sie hat die Tiere auch anfälliger gemacht für Krankheiten …

Die Filmer … besuchen Schweinemäster und Hühnerzüchter – wobei einige zu Wort kommen, die zurückwollen zu einer Zucht wie sie früher üblich war, ohne dass die Hälfte der Tiere einfach in der Abfalltonne landet.

Sie zeigen, wie die Agrarlobby es bis heute schafft, Tierschutzgesetze aufzuweichen und zu umgehen. Und sie befragen den niedersächsischen Umweltminister (Grüne) und den Bundeslandwirtschaftsminister (CSU), warum Hochleistungszucht mit Todesfolge nicht längst verboten ist. Aber außer Lippenbekenntnissen wie „Das kann so nicht bleiben“ kommt da nicht viel.

Fazit: Eine Nutztierwende ist nicht in Sicht. Die Verbraucher wollen ihr Fleisch auf dem Teller haben. Und die Minister möchten ihre Wähler natürlich nicht vergraulen und gleichzeitig der Industrie nicht wehtun. Es bleibt also dabei: Wirtschaftlichkeit geht weiter contra Tierschutz. Schließlich ist die Landwirtschaft der fünftgrößte Industriezweig in Deutschland. Kühe stehen also weiterhin im Stall und nicht auf der Wiese, und das Töten von Eintags-Küken, Kälbern und Ferkeln geht weiter, weil offenbar weder die Bauern noch die Politiker wirklich an einer tiefgreifenden Veränderung interessiert sind. Ein Teufelskreis.

Veganer sind zu extrem?

Wer das sagt, ist wohl zu bequem!